So ist es halt beim Militär
Die Titel-Ziegen, das sei sofort gesagt, sind keine Frauen in diesem Film – vielmehr handelt es sich um feindliche Viecher und allemal wichtige Figuren in dieser Militärsatire., in der Grant Heslow erstmals Regie führt. Sein Debüt ist nicht nur glänzend besetzt, sondern von der Kritik hochgelobt. Schaden wird es dem 93-Minuten-Streifen auch sicher nicht, dass sein Protagonist Jeff Bridges – 1949 passenderweise in Los Angeles geboren – soeben mit einem brandfrischen Oscar ausgezeichnet wurde. Doch auch George Clooney, Kevin Spacey, Rebecca Mader und Ewan McGregor sind Garanten für ein Spitzenprodukt der amerikanischen Filmkunst. Es geht darum, dass eine geheime Spezialeinheit etwas anderes will als alle Krieger quer durch die Jahrhunderte: Sie möchten mit den merkwürdigsten Mitteln gewaltfrei erreichen, dass ihre Feinde zu Freunden werden.
Filme, in denen die US-Kriegs-Traumata mit ungewohntem Ansatz, Anspruch und intelligentem Witz angepackt werden, haben für die Kinoszene einen grundsätzlichen Reiz. Ob Robert Altmans “M.A.S.H.” oder all die Porträts über Ex-GIs, die nach unfassbar grausamen Erlebnissen an der Front im Alltag einfach überhaupt nicht mehr Fuß fassen können – die Zeit der Aufarbeitung der historischen Dramen sollte nie beendet sein, und “Männer, die auf Ziegen starren” mischt die abstrusesten Aspekte, Gags und Strategien – und es gelingt tatsächlich, mit Themen wie dem Irakkrieg und diversen anderen kriegerischen Aktivitäten der Amerikaner so souverän umzugehen, dass sich das Blatt immer wieder ins Absurde wendet.
Ursprünglich fußt das Drehbuch auf einem Sachbuch des Briten Jon Ronson. Das Buch zum Film übernahm dann Peter Straughan und wich dabei in großen Zügen von Ronsons Text ab. Was dem skurrilen Ideenreichtum jedoch keineswegs schadet. Die Kritik stößt sich allerdings an der zusätzlichen zweiten Zeitebene und hält diesen Zusatz für etwas überflüssig. Andererseits können ergänzende geschichtliche Rückblicke immer auch wichtige Informationen sein – vor allem für Kinobesucher, die sich ihr historisches Wissen überwiegend von der Leinwand fischen und andere Möglichkeiten, sich über Fakten und Hintergründe zu unterrichten, eher meiden. Und so ist der Weg, das Weltgeschehen möglichst unterhaltsam rüberzubringen, vielleicht ja nicht der schlechteste, die Zuschauer zum Denken anzuregen – über all das, was schon geschehen ist, und das, was noch geschehen könnte.
|
|
Twittern |
|